Katrin Riedls Sprung vom Museum in die Agentur
Shownotes
Vom Kulturhistorischen Museum Wien in die strategische Philanthropieberatung – dieser Weg klingt nach einem Sprung. Ist er auch einer. Katrin Riedl, Senior Consultant bei direct mind philanthropy, hat ihn gewagt und mitgenommen, was in keinem Beratungs-Handbuch steht: ein Gespür für Institutionen, für Menschen hinter Förderentscheidungen – und für das, was Geben wirklich bedeutet.
Katrin Riedl kennt beide Welten. Als Teil des Teams am Kulturhistorischen Museum Wien hat sie gelernt, wie Kulturinstitutionen kommunizieren – und wo sie an ihre Grenzen stoßen. Heute berät sie Stiftungen und Fördernde, hilft dabei, Partnerschaften aufzubauen, die über eine Überweisung hinausgehen. Ihr Fokus: Major Donor Fundraising und die Professionalisierung philanthropischer Strukturen in der DACH-Region.
„Vom Museum in die Agentur – das ist schon ein Sprung!“
Der Wechsel ins Beratungsfeld brachte neue Fragen mit sich. Wer sind die Förderinnen und Förderer wirklich? Was bewegt sie? Warum geben Menschen – und warum hören sie auf zu geben? Katrin Riedl hat diese Fragen nicht nur theoretisch beantwortet. Sie ist ihnen in der täglichen Arbeit mit Stiftungen nachgegangen – und hat dabei gelernt, dass Philanthropie weniger mit Kapital zu tun hat als mit Vertrauen. Fundiertes Verständnis für Motivationen und Erwartungen ist das, was sie in ihre Beratung einbringt.
Österreich steckt mitten in einem Wandel. Die Philanthropie wächst – langsam, aber mit zunehmender Professionalität. Katrin Riedl sieht darin eine echte Chance: Fördernde und Stiftungen enger zu vernetzen, neue Wege für Zusammenarbeit zu öffnen, das Potenzial zu erkennen, das noch nicht gehoben ist. Was das für die Praxis bedeutet, erzählt sie im Podcast – direkt, konkret, aus erster Hand.
„Wir wollen das philanthropische Kapital in Österreich heben!“
Transkript anzeigen
00:00:03: Herzlich willkommen zu einer neuen Folge von Neustift.
00:00:16: Hallo Andreas, schön dass du heute bei mir bist.
00:00:19: Servus und Grüß Gott!
00:00:20: Ja genau, du hast es schon richtig gesagt wir sind heute an einem sehr exotischen Ort nämlich in Wien.
00:00:26: Ja südlich der Elbe.
00:00:28: So kann man's auch ausdrängen.
00:00:29: Freit weg von zu Hause.
00:00:31: Wir haben gedacht wir nehmen neue Stimmen aus Österreich mal wieder in Österreich auf Und wir haben einen ganz besonderen Gast, Andreas.
00:00:39: Ja, wir haben tatsächlich mit Katrin Riedl einen ganz besonderen Gast.
00:00:43: erst mal ein herzliches Willkommen im Podcast.
00:00:46: Herzlichen Dank!
00:00:47: Ich freue mich sehr, dass ich da sein kann.
00:00:48: Hallo,
00:00:48: Katrin?
00:00:49: Also
00:00:49: wir haben mit Katin Riedel einen ganz ganz besondere Gast.
00:00:51: Sie ist nämlich... und das Jörg muss sich tatsächlich nachlesen weil das gar nicht so selbstverständlich ist die Seniorkonzalten Philentropie und das bei Direct Mind Arzt in
00:01:06: Wien.
00:01:06: Ganz genau, das hast du sehr gut formuliert und wir müssen jetzt mal dazu einmal erklären.
00:01:10: Direct Mind ist ja der Sponsor dieser Reihe Neustimmen aus Österreich.
00:01:14: Deswegen bist Du aber nicht hier, Katrin!
00:01:16: Sondern Du bist hier weil Du tatsächlich ein ganz besonderer Seiteneinsteiger bist.
00:01:22: Du hast nämlich vorher was ganz ganz anderes gemacht als irgendwas mit Fundraising.
00:01:29: Ja also ich bin tatsächlich wie glaube Fast alle Fundraiser kommt mir so vor.
00:01:35: Ein Quereinsteiger!
00:01:36: In Österreich zumindest?
00:01:38: Genau, also ich habe kurz in Wien Germanistik und Kunstgeschichte studiert und hab mich dann am Anfang ein bisschen an der Universität Wien probiert.
00:01:48: Fachgebiete war Kinder- und Jugendliteraturforschung Und wie es halt so ist auf dieser Seite der akademischen Seite ist die Finanzierung etwas schwer sprich man muss den Job haben um über die Runden zu kommen und bin dann im Kunsthistorischen Museum gelandet, das natürlich als Kunstgeschichte Studentin ein Traum ist.
00:02:05: Und hat man auch gefreut daran.
00:02:09: Ich habe tatsächlich in der Grafik begonnen – in den visuellen Medien, im Corporate-Design.
00:02:14: Ganz was anderes passt dazu, weil mein Vater ist.
00:02:17: Grafikdesigner hat ihn eine eigene Agentur oder Herr der Zusammenhang.
00:02:20: Und ich bin dann wie es in Österreich so üblich ist in Bundesinstitutionern gefragt worden ob ich nicht mal Zwischendurch wechseln möchte, weil einfach gerade Not am Mann ist und sie jemanden suchen uns das lieber wäre.
00:02:33: Sie würden intern besetzen und so bin ich ins Fundraising gerutscht.
00:02:36: Beim Kunsthistorischen Museum?
00:02:37: Ja, im Kunsth
00:02:37: historischen Museum.
00:02:38: Direkt nach zwei Jahren Assistenz bin ich dann ins Fundracing gekommen unter Bärbel.
00:02:44: Holauß schaut auch zu Bärbeln an dieser Stelle Und bin dann hauptsächlich eine Leidenschaft entdeckt die nicht gewusst habe dass ich sie hab
00:02:54: Wie macht man ein Fundrasing im Kunst-Historischen museum in Wien?
00:02:57: Tatsächlich ist das Kunsthistorische Museum zumindest bis ich da war sehr, sehr fortschrittlich.
00:03:04: Sehr vielseitig was auch an der Führung von Bärme gelegen ist.
00:03:09: sprich wir hatten nicht nur einen Focus auf Sponsoring was in der Kultur sehr verbreitet ist oder auf Großspenden was natürlich auch wahnsinnig wichtig ist sondern wir haben auch tatsächlich den Spendensektor auch aktiviert haben Spendenmehlings gemacht, hatten digitale Spendenplattformen.
00:03:26: Haben Events veranstaltet, haben wirklich auch die Kleinspenderbasis aufgebaut dort und uns sehr divers aufgestellt in einem kleinen Team, sprich alle waren Allrounder.
00:03:35: Wir hatten einen sehr nahen Spendakontakt.
00:03:36: Das war wahnsinnig schön!
00:03:38: Aber Katrin du hast gerade von dich hat die Leidenschaft gepackt gesprochen?
00:03:43: Was ist das für eine Leidenschaft, die ich da gepackte?
00:03:46: Beschreib sie doch mal für unsere Hörerinnen und Hörern.
00:03:48: Ja, es ist so vielleicht etwas ganz was Besonderes.
00:03:51: Wenn man in einer Kulturinstitution arbeitet dann ist das so bisher wie eine Familie wenn man hat irgendwie man ist in so einer wahnsinnigen Bubble drinnen Man hat Projekte die man von Anfang an begleitet und im Fundraising ist es so dass man von Anfang an immer sehr involviert ist natürlich die Finanzierung wichtig ist Und man Wahnsinnig viel sowohl mit den Akademikern Mit den Kuratoren zusammenarbeitet aber auch mit dem gesamten Team der Umsetzung.
00:04:16: Dieses Backstage-Wissen ist es noch, diese wahnsinnige Dynamik die dahinter steht.
00:04:22: Das dann eigentlich jemanden von außerhalb zu vermitteln wie toll das ist und dann auch noch dann zu catch'n wenn dann jemand bei der Funke dann überspringen, so sagt Boah da.
00:04:31: Ich merkte die Leidenschaft ist auf beiden Seiten und dann holt man sich irgendwie gegenseitig ab.
00:04:35: und das ist was mich wahnsinnig gecatcht hat an dem Job.
00:04:39: Es war immer der Kontakt beim Spender Die Gespräche im Haus wo wir gesagt haben Boah dieses Gemälde habe ich schon seit meiner Kindheit begleitet Und man kommt in Gespräche rein und dann sagt ja jetzt müssen wir es leider restaurieren weil dafür ist es einfach hin und es ist einfach Wahnsinnig Schon ein bisschen prekär und wir suchen natürlich noch Förderern Und dann kommt es eigentlich sofort zu einer Stimmung auf.
00:05:02: und das hat mich in dem Job wahnsinnig
00:05:04: gecatcht.
00:05:05: War dir das von vornherein schon klar, dass du da auch Stimmungsmacherin bist, Resonanzraum gibst emotional dich mit diesen Menschen verbinden musst?
00:05:14: Weil mit deinem Studium und deiner Ausbildung würde ich ja denken, das ist eher so ein fachlicher Blick und Kunsthistorisches Museum denke ich ja auch eher an alte Schinken und nicht an moderne Emotionen.
00:05:27: Ja, das stimmt.
00:05:28: Das kommt tatsächlich dann mit dem Doing.
00:05:31: Also wir hatten eine sehr stark Learning-by-Doing Situation.
00:05:35: Bebel Holauß ist eine sehr, sehr erfahrene fundraiserin und sie war meine Mentorin hat mir eigentlich alles beigebracht was ich wissen musste Und dann gab es eigentlich von Anfang an eines totales Lernen um einfach umzusetzen.
00:05:47: Aber was waren deine Mentoren?
00:05:49: Was dich am meisten mitgenommen beeindruckt hat
00:05:55: Was ich am meisten von ihr mitgenommen habe, war diese Ruhe, die sie bei Gesprächen hatte und auch das Gegenüber eingegangen ist.
00:06:04: Ich durfte sehr oft am Anfang mitgehen bei Spendergesprächen oder Sponsorgengesprächen und einfach auch diese Fähigkeit.
00:06:11: Wann kann man dieser Verbindung knüpfen?
00:06:13: Wann ist der Punkt da wo man sagt ja, da haben wir es herzt!
00:06:17: Und das ist was, was sie extrem gut kann?
00:06:19: und auch dann dieses Reden mit Leidenschaft über Kunst.
00:06:25: Das hat einfach gepasst an dieser Stelle.
00:06:28: Und es ist das, was eigentlich am besten funktioniert hat.
00:06:32: Nun ist ja so ein Job... ...auch in Österreich einen Job, in dem man alt werden kann!
00:06:38: Was sind denn das Wortes?
00:06:39: Bist
00:06:40: du aber nicht!
00:06:42: Sondern du bist gewechselt.
00:06:43: warum?!
00:06:43: Genau, das war tatsächlich aus sehr persönlichen Gründen.
00:06:47: Ich war in Elternkarrenz wie im Kunsthistorischen Museum an Direktionswechsel stattgefunden hat.
00:06:52: Ich bin eigentlich mit dem letzten Monat wo Sabine Haag die Direktorin, wo ich sozusagen noch aktiv war, bin ich in Karrenz gegangen, wo sie dann ein Monat später in Pension gegangen ist und es gab danach einen Wechsel.
00:07:09: Es gibt wahnsinnig viele strukturelle Veränderungen, innertliche Schwerpunkte die anders gesetzt sind und ich habe dann relativ schnell wieder angefangen kringfügig zu arbeiten.
00:07:19: Und mitbekommen dass dieser Wechsel der da stattfindet nicht meiner DNA entspricht.
00:07:25: Ich hab gemerkt ich fühle mich unwohl damit, ich war nicht ganz einverstanden mit Dingen die passiert sind.
00:07:29: Und ich habe mir gedacht nein das... ich glaube ich kann meinen Job nicht so gut machen wie ich ihn machen möchte unter diesen Situationen.
00:07:35: deswegen war es für mich klar ich muss wechseln
00:07:38: Und du bist dann zu einer Agentur gegangen, wo du aber jetzt Großspender auch vornehmlich betreust.
00:07:47: Genau!
00:07:47: Das ist richtig?
00:07:48: Ganz genau!
00:07:50: Was machst Du da genau?
00:07:51: Ja also bei DirectMinds hat jetzt eine neue Business-Modell gerade im Aufbau, wo es wirklich darum geht, Philanthropen und Personen mit Vermögen zu aktivieren und diesem Spendenmarkt einfach zu neu zu aktivieren, um sie mit Institutionen, mit NGOs und Projekten zu verbinden wo sie gut ist tun können.
00:08:15: Das ist so sagen jetzt diese Idee und ich bin auf beiden Seiten tätig.
00:08:18: Ich kann sagen ich bin eine Ansprechpartnerin für Großspender, für Vermögende die sich beraten lassen wo tätig sein möchten, um ihnen dann auch Projekte entsprechend zur Verfügung zu stellen.
00:08:30: Aber auch umgekehrt.
00:08:32: wir arbeiten für NGOs und Kulturinstitutionen, wo wir dort in Ihnen gemeinsam das Großspenden Fund Racing aufbauen und wirklich aktiv auch Großspenders suchen.
00:08:41: Jetzt muss man vielleicht noch mal ganz kurz für die deutschen Hörerinnen und Hörern, aber auch für die österreichischen Zuhörer sagen.
00:08:49: Ihr seid eine sogenannte Full Service Agentur.
00:08:51: das bedeutet ihr betreut eigentlich das komplette Fundraising der Organisation.
00:08:56: Das ist in Deutschland immer nochmal ein bisschen anders Aber kannst du uns vielleicht kurz beschreiben wie das funktioniert?
00:09:01: Also ich komme zu euch als Organisationen und sag macht Mal Und dann gehst Du los und besorgst mir Großspender oder wie muss Ich mir das vorstellen?
00:09:08: also generell?
00:09:09: Derek meint Dialogmarketing-Agentur.
00:09:12: Wir haben sehr viele Kunden im Full Service, wir betreuen sozusagen Mittel und Kleinspender mit den Spendenbriefen, mit Spendenanrufen.
00:09:18: Das ist das Hauptgeschäft.
00:09:20: Und parallel dazu gestalten wir jetzt zusätzlich diesen Großspenderbereich wo wir sowohl NGOs unterstützen als eben auch im Bereich Großspänder direkt.
00:09:29: Und bei den NGOs ist es tatsächlich so dass ich mit den Institutionen gemeinsam eine Strategie erarbeiten, Terminemache mit misspotenziellen Großspendern Ganz klassische Ansuchenschreibe, Telefonateführer versuchen die Akquise voranzutreiben und dann gemeinsam mit den Situationen Gespräche zu führen.
00:09:48: Ents weder gemeinsam mit dem Großspender oder wenn es auch ist Briefingschreiber.
00:09:52: wie können sie umgehen?
00:09:53: Wenn das nicht passt, wenn beide dabei sind also wirklich eine totale Begleitung.
00:09:58: Und jetzt ist ja... Vorher warst du beim Museum, logischerweise.
00:10:02: Jetzt bist du bei der Agentur abgesehen vom Kulturschock.
00:10:07: Was ist die größte Herausforderung für dich persönlich gewesen?
00:10:13: Ich dachte ... Es gibt zwei Varianten, wo ich mir wirklich geglaubt habe.
00:10:18: Da könnte ich Probleme kriegen oder da muss ich mich total umstellen in meiner Art und Weise wie ich Fundraising betreibe.
00:10:24: Das erste war natürlich diese Idee dass sich jetzt nicht mehr für eine Institution arbeite.
00:10:27: sprich ich hab diesen innerlichen Zugang nicht mehr.
00:10:30: Ich kann niemals in einem Thema so drinnen sein wie unsere Gründen.
00:10:33: Sprich ich habe auch nichts diesen Anknüpfungspunkt den ich hatte im Museum.
00:10:37: es ging immer sehr drum um Inhalte, man hat sie ins Haus gebracht.
00:10:40: Man hat das Haus für sich sprechen lassen und hat mit Anekdoten gearbeitet.
00:10:43: Das hat extrem gut funktioniert.
00:10:45: Dieses Thema habe ich jetzt nicht mehr erspricht.
00:10:48: Ich bin eigentlich dazu angewiesen wenn es um Inhalten geht in den Situationen gemeinsam Gespräche zu führen.
00:10:54: selbst wenn ich mich briefing lassen würde, ich würde niemals diesen Connex herstellen können.
00:10:59: Und ich dachte mir es wird sehr schwierig werden diese Gespräche gemeinsam zu führen und schauen ob's einfach passt.
00:11:04: auch weil es sehr viel finde ich bei Fundraising-Gesprächen ist die Verbindung recht wichtig, die Chemie in diesen Gesprächen auch wenn man eine Partner hat von einem Gespräch führt.
00:11:12: Es muss die Gesprächsführung passen das muss klar sein welche Rolle und dass mit einem Kunden zu machen wo ich eigentlich Dienstnehmer bin und immer nicht sagen muss wie er sich verhalten soll.
00:11:22: Diese Dynamik konnte ich mir nicht ganz vorstellen.
00:11:25: Aber das Schöne war, es ist überhaupt kein Problem gewesen!
00:11:28: Vielleicht hatte ich auch extrem viel Glück wenn.
00:11:30: meine Kunden mit denen ich arbeite sind wahnsinnig toll und die Zusammenarbeit auf menschlicher Ebene großartig alle unterschiedlich.
00:11:39: man muss allen ein bisschen anders natürlich lotzen oder einfach sich darauf einlassen aber es ist tatsächlich wie man Österreich sagt flutscht.
00:11:50: Wir haben dich diese Kunden angenommen, als du neu eingestiegen bist.
00:11:55: Denn ich nehme das ja so wahr, dass es ein Angebot ist, das es Soja noch gar nicht gibt oder gab weder bei Direct Mind noch generell auf dem Markt.
00:12:05: Also was komplett Neues und alles was Neu ist sind die Menschen erstmal wahnsinnig vorsichtig.
00:12:10: wie waren so die ersten Reaktionen auf dein Angebot?
00:12:14: Tatsächlich einen Kunden habe ich übernommen, einen Social-Kunden der, wo sagen das die Kampagne schon angelaufen ist.
00:12:23: Da war es relativ leicht weil dabei dann einfach die Expertin dazu geholt wurde.
00:12:27: bei anderen Kunden wo wir tatsächlich gestartet haben gab's schon einen Vorkontakt und da gab's Eigentlich den Wunsch, dass man sich in einer Fund-Business-Agentur zusammensetzt und sagen wie kann man diese Institutionen begleiten beim Thema Großspenden oder generell beim Thema Spenden oder Trittmittelförderung.
00:12:44: Und es hat sich sehr schnell herausgestellt das eigentlich für beide nur der Großspende Bereich in Frage kommt weil einfach die Datenlage und die Adresslage für kleine Mittelspender nicht ausgereicht hätte und ich sinnvoll gewesen wäre.
00:12:54: und da war eigentlich dieser Einstieg relativ leicht weil einfach der Wunscht da war dass man was gemeinsam macht.
00:13:01: Ich vermute auch sehr schwer, wenn die Menschen Komponente von Anfang an geklappt haben.
00:13:06: Aber wie bekommst du das hin?
00:13:07: Du hast in der Vergangenheit nur für einen Kunden gearbeitet und jetzt hast du ja die ganze Bandbreite zwischen Obdachlosigkeit, Tiere ... Wie kriegst du es hin, dass du zwischen diesen Themen springen kannst?
00:13:26: Das ist tatsächlich eine ... Ist in der Herausforderung gewesen, am Anfang?
00:13:30: Ich bin ein total organisierter Typ.
00:13:32: Ich habe mir so im Outlook-Kalender Blockaden reingemacht – Familienblockaden wo ich einen Tag eine Kunden gemacht hab und das wirklich gewechselt habe um einfach im Thema drin zu bleiben.
00:13:42: Wie man sich vorstellen kann hat es genau null geklappt langfristig!
00:13:46: Wie das mit allen Blockaden funktioniert?
00:13:49: Nicht so wirklich.
00:13:50: Weil da sind ja die Kollegen, die kennen das gar nicht.
00:13:53: Die wissen ja gar nicht dass du heute nur einen Block hast für Kunst und die kommen damit orientieren um die Ecke
00:13:59: Eben, also das ist auch einer der Punkte.
00:14:01: Der so bisschen ein Thema war natürlich dass man immer switchen muss.
00:14:04: Das Gute war, dass es nicht ganz ungewohnt war zwischen Themen zu wechseln weil selbst im Kunsthörigen Museums ist ja nicht nur ein Museum sondern es sind sieben Standorte die alle unterschiedliche Themen haben von Kunst bis ideologische Sammlungen bis Theater, Memorialien etc.
00:14:21: Also sozusagen diese Themenvielfalt, die kannte ich und dieses Switchen zwischen Projekten wo man sich umdenken muss.
00:14:26: Das ist gelebter Alltag gewesen bei mir.
00:14:29: was ganz neu war, war die NGO Lade.
00:14:32: Ich habe noch nie mit diesem sozialen Aspekt gearbeitet immer nur Kultur Wo ich mich auch tatsächlich leichter einfüllen kann.
00:14:39: Und es war für mich Ganz ganz spannend mich zum ersten Mal diesen Sozialprojekt reinzudenken wo ich auch mir am Anfang sehr viel Zeit genommen hab um das auch zu machen.
00:14:49: Gott sei Dank waren noch unsere anderen Kunden ein bisschen später dran, wo wir dann in die aktive Komponente gegangen sind.
00:14:55: Dass ich mich da auch wirklich gut einarbeiten konnte.
00:14:58: aber es ist natürlich eine Herausforderung.
00:15:00: Aber was bedeutet für dich gut ein arbeiten?
00:15:02: Ich habe mich.
00:15:04: das Tolle ist... Die NGO, für die ich arbeite, ist die Ostragische Tafel mit dem Projekt der Wohntafels.
00:15:11: Das ist ein soziales Wohnbauprojekt und das steht in Wels Und Wels ist meine Heimatstadt.
00:15:17: Ich bin dort aufgewachsen, ich bin dort geboren.
00:15:19: Das ist so meine Hut gewesen und meine Familie war mit der Talwelt schon sehr lang verbunden.
00:15:25: also das war auch nichts Fremdes für mich was extrem gut war auch vom Einfühlen her und ich hatte halt Gott sei Dank die Möglichkeit sehr oft dort zu sein.
00:15:35: Ich bin sehr, sehr oft zu Terminen hingefahren und habe das Team kennengelernt.
00:15:38: Ich habe sehr viele Termine mit dem Vorstand selber gemacht und den ganzen Team selber.
00:15:42: Ich hab mich eingefühlt wie arbeiten Sie?
00:15:45: Wo sind Ihre Komponenten Ihnen wichtig sind wenn sie in Spendergespräche gehen?
00:15:50: Hab dann auch sozusagen Probergespräch gemacht bei Spendern wo ich gewusst habe die muss man nur abholen wollen.
00:15:56: Das müssen wir noch einsackeln.
00:15:58: Und so versucht ein Gefühl zu kriegen Wie tun Sie sich in Gesprächen?
00:16:01: Wo muss ich beraten?
00:16:03: Und da habe ich mir wirklich drei, vier Monate Zeit genommen um das aktiv zu tun.
00:16:07: Weil ich auch nicht wusste wie verhält sich diese Lage bei Spendern bei einem sozialen Projekt im Vergleich zur Kultur?
00:16:14: Man weiß ja die Zielgruppen bei Kultursponsoring und Großspenden sind ein bisschen ein anderes Publikum als bei sozialen Projekten was ich jetzt unterschreiben würde mit dem jetzigen Stand aber die Herangehensweise ist natürlich gleich.
00:16:30: Kommen wir nochmal zu einem ganz anderen Thema.
00:16:31: Du hast vorhin gesagt, wie ich wollen will das philantropische Kapital in Österreich heben?
00:16:39: Warum ist es tatsächlich in Österreich so schwer an dieses philatropische kapital heranzugnen?
00:16:46: Ja, wenn man alle wissen, Österreich ist es in Österreich nicht gelernt, philanthropisch tätig zu sein oder öffentlich-philanthropisch tätig zu.
00:16:53: Es ergibt sich auch die Geschichte, wie wir wissen.
00:16:55: Die Republik, die Monarchie, der Staat war dafür verantwortlich, dass die Gesellschaft funktioniert und es uns gut geht.
00:17:02: Und in Österreich ist es auch sehr viel, dass diese Neidebatte eine große Rolle spielt.
00:17:06: Sprich wenn jemand sich öffentlich äußert mit einem großen wohltätigen Zweck um den dann an die Öffentlichkeit geht, mit dem gleich unterstellt er hat irgendwie was davon oder Die andere Seite zu sagen, warum macht er das und nicht das andere?
00:17:20: Oder selbst die Politik schreit dann, warum puttet jetzt ein Staatsunternehmen Geld in Bildung rein.
00:17:26: Wenn es doch andere Aspekte geben würde, die viel wichtiger wären.
00:17:30: Das ist so eine etwas schwierige Voraussetzung mit dem philandropischen Markt.
00:17:35: Aber nicht sehr so trotz des Österreichs in seiner Lage extrem gut aufgestellt.
00:17:40: was dieses Kapital hat Wir reden davon acht Milliarden was noch gehoben werden kann und es gibt natürlich sehr viele effluentropisch tätige Menschen in Österreich.
00:17:52: Nur meistens tun sie das anonym oder gehen nicht damit an die Öffentlichkeit, weil sie auch auf der einen Seite sich nichts anstellen wollen oder hat einfach auch sich nichts exponieren wollen.
00:18:03: Aber diese Situation mit dem philandropischen Kapital hat es ja immer schon gegeben.
00:18:08: Also wir begleiten den Markt, Andreas ist jetzt ein bisschen länger.
00:18:12: Warum ist es gerade so wichtig für euch als Agentur aber auch für eure Kunden?
00:18:19: Für die gemeinnützigen Organisationen das noch mal zu aktivieren?
00:18:22: Wir stehen tatsächlich vor einer großen Herausforderung in Österreich man sich sehr lange auf diesen kleinen Spendermarkt konzentriert hat.
00:18:31: Das heißt, die ganze NGO-Landschaft hat sich sehr konzentiert auf diese Kleinspender, die einfach neunzig Prozent von all diesen Einnahmen gebracht haben.
00:18:41: Das war jahrzehntelang so.
00:18:43: es gab einen Peak in der Corona Zeit Und man hat einfach ein bisschen versäumt, dass man sich auch andere Märkte erschließt in dieser Zeit.
00:18:51: Weil es hat doch jeder ... Es hat funktioniert, es ist immer der Markt ist besser geworden die Spendenannahmen sind gestiegen und jetzt sind wir an einem Punkt wo es stagniert oder sogar schon sinkt durch diverse Krisen etc... Jetzt sind wir tatsächlich an einem punkt angelangt wo man was tun muss Und wir als Agentur sind auch ganz klar in der Verantwortung, dass wir da auch vorangehen und unseren Kunden unsere NGOs dabei unterstützen.
00:19:17: Dass sie diesen Weg gehen können.
00:19:18: Du hast ja gerade ganz gut beschrieben Katrin wie in der Vergangenheit die Organisation großen Bogen um die großen Spenden gemacht haben.
00:19:28: war das eher aus so einer Scheu heraus?
00:19:31: Aus einer Unwissenheit oder vielleicht auch aus einem kritischen Reflex gegenüber Unternehmerfamilien
00:19:38: eine Kombination aus beiden.
00:19:40: Ich glaube, dass einfach auch sehr viel Bequemlichkeit mitgeschwungen hat, weil man hat einen Markterschlossen, der gut funktioniert hat und man hat gewusst wie man ihn angeht, wie man in Kostendeckens bespielt oder wie man da ein Löser rausgeneriert.
00:19:53: Das heißt, man hatte nicht diesen Nied dahinter einen neuen Markt zu erschließen.
00:19:58: Die Kultur ist vielleicht ein bisschen anders, die hat den anderen Markt nicht so sehr gehabt, sondern gleich das Großspendermarkt war es eher andersrum.
00:20:06: Aber ich glaube, das ist eine Kombination daraus auch aus.
00:20:10: Und man hat auch ein bisschen ... Ich schwinge noch sehr viele Vorteile mit, die da auch Hemmungen aufgebaut haben und auch denke ich sehr viel Unwissenheit, weil man weiß ja Hauslisten von NGOs sind gespickt mit sehr reichen vermögenden Leuten, die nicht vielleicht konkret angesprochen oder nicht richtig angesprochen werden, sprich es potenzial nicht gehoben wird aber die trotzdem sich für diese Themen interessieren.
00:20:36: Und als Fundraiserin oder Fundraizer bin ich natürlich in den klassischen Tools auch viel anonymer.
00:20:42: Ich kann Briefe schreiben, ich kann Newsletter schreiben und über Social Media werben und im Großspendensegment muss ich ja persönlich ins Gespräch gehen.
00:20:52: Was gibst du deinen Mandantinnen und Mandanten an Tipps mit damit sie vielleicht wenn es eine innere Hürde gibt mit Menschen über Geld zu sprechen?
00:21:04: Wie können Sie diese Hürde
00:21:17: überwinden?
00:21:34: eine extrem gut etablierte NGO.
00:21:36: Du machst wichtige Arbeit, du hast sehr viel Erfolg und du gehst eigentlich mit einem Angebot an diese Leute rein, dass sie sich gemeinsam mit dir, die auch eine gute und stabile souverine Marke ist, gemeinsam mit ihr positionieren können um was Gutes zu tun können also auch dieses Mindcenter hinter.
00:21:51: Also das erste woran ich immer arbeite bei Spendergesprächen bin, hast du das richtige Mindset wenn du reingehst?
00:21:57: Ich höre deine Worte wohl aber die Frage ist ja trotzdem musst du sie dazu bringen ins Wasser springen und dass sie schwimmen, wie du es gesagt hast also tun.
00:22:07: Und da ist ja häufig eine Blockade.
00:22:10: Wie überwindest du genau diese Blockade?
00:22:12: Sehr viel auch indem ich die Gespräche gemeinsam führe mit den Kunden.
00:22:16: Also ich lasse die ganz selten alleine Spendergespräche machen, außer es sind wirklich so intime Kontakte das sich der Störfaktor wäre.
00:22:25: Ich bin immer im Tandem diese Gesprächsleitung zu übernehmen.
00:22:31: Vorher, mit dem man ein Briefing macht, welche Rolle hat jeder in diesem Gespräch?
00:22:35: Wenn ich einen Zeichen geben möchte, dass du über den Inhalt sprichst, weil da USP bei diesen Gesprächen was natürlich die Institutionen mitnimmt ist das sie die fachlichen Experten sind.
00:22:44: Das heißt es ist das wo die Emotionen rüber kommen, wo man auch Dinge übercatchen kann und da so sagen meine Position zu sagen okay das ist sozusagen der sweet spot dafür ist du dich wohl Den machst du zuerst und ich übernehme dann diesen Ask.
00:22:58: Und jetzt reden wir drüber, möchten Sie uns unterstützen?
00:23:00: Das heißt, du sitzt im Tandem auf vorne und längst aber treten tut ihr gemeinsam.
00:23:06: Genau!
00:23:06: Ich versuch das die Gesprächsführung so machen.
00:23:11: Versuche auch ein bisschen einzuschätzen wie auch das Gegenüber reagiert.
00:23:16: möchte er mehr Inhalte erfahren?
00:23:18: geht es eher darum den Business Case abzuschließen sozusagen oder geht es darum, jetzt einfach auch nur mal vorzufühlen.
00:23:24: Ich hatte auch ganz viele Gespräche wo es dann überhaupt unpassend wäre zu sagen und jetzt stelle ich den Ask sondern es geht einmal drum wie die Institution kennenlernen, wie das Team dahinter kennenlernen.
00:23:33: wir haben dann Gespräche schon abgebrochen und gesagt um jetzt machen wir eine Führung durch die Küche.
00:23:38: Jetzt machen wir in der Führungen dochs Lager und das lernst du mal die ganzen Leute kennen, die dort arbeiten und da merkt man dass hat halt dann wahnsinnig gut funktioniert.
00:23:45: Da war die Stimmung lockerer und dann am Schluss konnte man dann sagen okay können wir Vielleicht die Unterstützung dürfen wir damit rechnen.
00:23:53: und dann gab es einen folgenden Gespräch, wo es um die Hartfax ging.
00:23:56: Kathrin eine Frage vielleicht noch zum Schluss.
00:24:00: Wo siehst du dich in der Zukunft?
00:24:02: Was ist die nächste Station?
00:24:05: Also ich hoffe ganz schwer dass die nächste station weiterhin bei Direct Mind sein wird.
00:24:09: also ich fühle mich wahnsinnig wohl hier.
00:24:11: Ich hoffe das wir diese oder ich weiß dass wir diese Marke gut auf den Markt bringen werden.
00:24:18: Ich sehe mich dann selber tatsächlich in dieser Funktion, diesen Brückenbauer zu sein zwischen Philanthropen und NGOs.
00:24:23: Und diese Leute dazu begleiten, dass sie Gutes und Gemeinnütziges tun können in Zukunft.
00:24:28: Dabei wünschen wir dir sehr viel Erfolg.
00:24:30: Herzlichen
00:24:30: Dank!
00:24:31: Und werden uns berichten lassen.
00:24:32: Österreich kann es gebrauchen?
00:24:34: Ganz
00:24:34: genau.
00:24:35: Herzliche Dank, dass ich da sein durfte.
00:24:36: Vielen Dank.
00:24:38: Vielen Dank, dass Sie dabei waren.
00:24:40: Und wenn Sie mehr erfahren wollen über spannende Menschen und spannende Themen besuchen sie uns auf unserer Website www.neues-stiften.de.
00:24:50: Wir freuen uns auf
00:24:51: Sie!
Neuer Kommentar