Ruth Williams und der Spendenmarkt in Österreich
Shownotes
Bei den „NEUEN STIMMEN AUS ÖSTERREICH“ sprechen wir mit Ruth Williams, der Geschäftsführerin des Fundraising Verband Austria (FVA). Seit gut zwei Jahren leitet sie die Organisation, die den österreichischen Fundraising-Markt maßgeblich prägt und begleitet. Ihre Perspektive ist besonders wertvoll, denn sie kennt die aktuellen Entwicklungen und Herausforderungen der Branche genau – von der Spendengewinnung bis zur gesellschaftlichen Verantwortung der Stiftungen und Non-Profit-Organisationen.
„80 Prozent des Aufkommens leisten Spendende mit mittelgroßen Beträgen.“
Ein spannender Einblick aus erster Hand: Ruth Williams betont, wie wichtig die mittleren Spendenbeträge für die Finanzierung gemeinnütziger Organisationen sind. Nicht nur die ganz großen Spenden, sondern gerade das engagierte Mittelfeld trägt maßgeblich zum Gesamtaufkommen bei. Das hat Konsequenzen für die Fundraising-Strategien und zeigt, wo der Fokus hinkommen sollte, um nachhaltige Unterstützerbeziehungen aufzubauen.
Im Podcast sprechen wir auch über aktuelle Trends, wie sich die Unterstützung angesichts gesellschaftlicher Herausforderungen verändert und welche Weichen heute gestellt werden müssen. Ruth teilt ihre Erfahrungen, etwa wie die FVA mit Themen wie Transparenz, Digitalisierung und neuen Zielgruppen umgeht.
Ebenso reflektiert sie die Entwicklungen rund um die Ukraine-Hilfen und wie sich das Spendenverhalten in Krisenzeiten wandelt. Ein Gespräch voller wichtiger Erkenntnisse für alle, die in der Schweiz, Österreich und Deutschland im Fundraising oder in Stiftungen tätig sind.
„Die Unterstützung der Ukraine wird weniger…“
Diese Episode von "NEUE STIMMEN AUS ÖSTERREICH" wird unterstützt durch die Fundraising-Agentur DIRECT MIND. Sie ist Marktführer in Österreich und unterstützt seit 1987 spendensammelnde Organisationen und Hilfswerke erfolgreich bei der Spendergewinnung und Spenderbindung. Als Fullservice-Agentur berät sie ihre Kunden von der Strategie über die operative Umsetzung bis zum Controlling in allen gewünschten Belangen, jetzt auch in Deutschland.
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Transkript anzeigen
00:00:03: Herzlich willkommen zu einer neuen Folge von Neustift.
00:00:07: Im Podcast der interessante Menschen und Themen aus der Zivilgesellschaft vorstellen.
00:00:11: Mein Name ist Andreas Schiemanns,
00:00:12: und mein Name ist Jörg Schumacher.
00:00:14: Schön dass Sie dabei sind!
00:00:16: Wie heißt das so schön?
00:00:17: Heuer geht's nach Österreich... Und zwar werden wir uns ein bisschen mit den Marktzahlen beschäftigen, Andreas.
00:00:24: Und dazu haben wir uns eine wahrhaftige Expertin eingeladen!
00:00:28: Genau und zwar die Frau, die alles über den österreichischen Fundraisingmarkt weiß, weil er ruht... Williams seit einiger Zeit natürlich nicht nur im Bereich der Stiftung sehr erfahren und kompetent ist, sondern auch den österreichischen fundraising-Verband als Geschäftsführerin.
00:00:45: Ich glaube das ist ein Titelrout verantwortet.
00:00:47: Herzlich willkommen im Podcast!
00:00:49: Hallo
00:00:50: Andreas, hallo Jörg.
00:00:52: Schön dass du da bist und dann starten wir doch mal gleich rein Rot wie heuer.
00:00:56: ich sage immer so gern Heuer ist wahrscheinlich total falsch und alle lünchen mich jetzt.
00:01:00: aber wie sehen denn die Zahlen aus bei euch?
00:01:04: Habt ihr einen ähnlichen Trend wie wir?
00:01:06: Ja heuer auf unserem aktuellen Spendenbericht den wir jedes Jahr publizieren steht auch das aktuelle ja aber es sind natürlich die zahlen vom vorjahr.
00:01:14: logischerweise wenn man muss immer schauen was das Gesamtjahr bringt.
00:01:19: Wir haben letztes Jahr im November den letzten Spendenbericht veröffentlicht, Tradition immer bevor die Spendenhochsaison losgeht.
00:01:28: Und wir haben uns sehr gefreut weil wir haben eigentlich gedacht dass es einen größeren Rückgang geben wird.
00:01:33: aber wir haben wieder eingespielt bei einst Komma Null sieben Milliarden Euro Gesamtspenden aufkommen und das ist eine sehr beeindruckende Zahl nur in sehr kleiner Rückgang von null Komma fünf Prozent gewesen zum Vorjahr.
00:01:47: Da ist natürlich die Inflation nicht mit berechnet, muss man an diese Stelle dazu sagen.
00:01:50: Naja aber trotzdem Ruth.
00:01:52: also es ist ein konstantes Ergebnis und das ist natürlich in den jetzigen Zeiten nicht selbstverständlich dass das so ist.
00:01:59: wir beginnen ja alle davon aus es nimmt radikal es geht radikal zurück und Österreich konnte sie zahlen halten.
00:02:07: wo dran liegt es aus deiner Sicht das österreicherinnen und österreichern weiterhin zu treu für die gemeinnützigen Spenden?
00:02:15: Ich freue mich auch sehr über das Ergebnis, weil ich glaube es ist einfach ein Zeichen dafür wie tief ... die Kultur des Gebens und wie groß die Solidarität bei den Menschen ist, wie tief diese Kultur verankert ist.
00:02:28: Das ist einfach ein Bekenntnis zum Sektor und es lassen sich sehr viele Menschen eben durch einzelne Schicksale oder Initiale Ereignisse emotionalisieren oder spenden für Themen, die ihnen selbst nahe sind weil sie vielleicht selbst betroffen sind.
00:02:44: und prinzipiell wissen wir ja... Die Gründe, warum Menschen spenden.
00:02:51: Aber ich glaube in Österreich ist die Solidarität sehr weit und gut verankert, besonders im kleinen und mittelspenden Bereich.
00:02:57: Die machen nämlich achtzig Prozent vom Gesamtaufkommen aus.
00:03:01: Und es ist einfach eine sehr schöne Tradition, die offensichtlich weitergeführt wird...
00:03:05: Man hört ja aller Zeiten in allen Medien ständig die Solidarität der Menschen nimmt ab.
00:03:12: Die Menschen gucken lieber weg, jeder schaut auf sich und trotzdem sagen die Zahlen ja was komplett anderes?
00:03:19: Ja!
00:03:20: Und die Zahlen sagen nicht nur beim Geld also bei finanziellen Spenden etwas anderes sondern auch wenn man sich ansieht beispielsweise wie viele Menschen sich ehrenamtlich engagieren.
00:03:32: das ist Sehr hohe Zahl.
00:03:35: für Österreich sind drei Komma acht Millionen Menschen, die sich ehrenamtlich engagieren in den unterschiedlichsten Bereichen.
00:03:41: Und ich glaube das ist auch so das Wurzelwerk wo großes Verständnis dann auch dafür aufgebaut wird warum gemeinnützige Organisationen das tun was sie tun und wo man einfach auch Vertrauen in die Organisationen aufbaut und deswegen auch bereit es dauerhaft zu geben.
00:03:55: Gut, aber dann muss ich doch mal nachfragen.
00:03:57: Heißt das denn auch, dass im Grunde dieses Anti-NGO Narrativ – was uns ja nun seit dem letzten Jahr in Österreich begleitet – nicht verfängt?
00:04:05: Ist das ein positives Zeichen oder ist es quasi erst auf dem Weg?
00:04:10: Wie schätzt du das ein?
00:04:12: Ich glaube die Organisationen überzeugen durch ihre gute Arbeit und auch durch die gute und transparente Kommunikation Und auch durch die Sicherheitsmaßnahmen, die bei uns gesetzt werden.
00:04:22: Also sind zwei Drittel von allen Spenden in Österreich beispielsweise Spendengütesiegel geprüft.
00:04:27: Das heißt, die Spenderinnen haben eine große Sicherheit, dass ihre Gelder nachhaltig dort wirken, wo sie Wirkung entfalten sollen und das wirkt sich positiv aus.
00:04:35: auf jeden Fall ja.
00:04:37: Wenn du jetzt einen Trend ableiten müsstest – wie gesagt, das sind Zahlen vom letzten Jahr mittlerweile ist Weihnachten schon gelaufen würde es zu sagen, das hat sich fortgesetzt auch in diesem Jahr?
00:04:48: Wir haben gesehen, dass die Weihnachtszahlen durchaus weiterhin positiv überrascht haben.
00:04:53: Sie sind nämlich nicht nur stabil geblieben sondern sie haben sogar bei einigen Organisationen die Erwartungen übertroffen.
00:05:00: Es gibt ja immer zum Beispiel den Spendenindex von Direct Mind und da werden Hundertfünfzig Millionen Euro vom Gesamtspendenaufkommen beleuchtet Und da sind wir vier Prozentpunkte über dem Vorjahreswert und damit auch auf einem Höchststand.
00:05:13: Also Weihnachten war noch einmal sehr erfreulich Und die Menschen haben große Solidarität gezeigt, trotz Teuerung, wie sie alle selber betrifft.
00:05:22: Was mich auch im besten Sinne überrascht und haben weiterhin ihre Organisationen unterstützt.
00:05:29: Aber nicht alle Organisation können jubeln wenn ich den Spendenbericht richtig gelesen habe denn es gibt auch in einzelnen Segmenten ja Rückgänge insbesondere bei dem großen Organisation.
00:05:42: gut was denkst du?
00:05:43: woran liegt das?
00:05:44: Das große Organisation gerade verlieren und die kleinen Organisation gewinnen, was den Spendenumsatz betrifft?
00:05:53: Wir haben tatsächlich gesehen dass das Bild recht durchwachsen ist.
00:05:56: Es gibt manche Organisationen, die haben tatsächlich wachsen können in ihrem Spendenaufkommen und andere haben große Rückgänge in ihrem Aufkommen verzeichnen müssen.
00:06:06: Das hängt unter anderem sicher auch damit zusammen, dass viele der großen Organisationen ganz stark in der Ukraine Hilfe aktiv waren Und dadurch, dass eben die Unterstützung für die Ukraine leider – dadurch das es sicher auch medial von vielen anderen Themen überschattet wird oder verdeckt wird.
00:06:24: Weniger wird hat das natürlich auch Auswirkungen auf Organisationen, die sehr intensiv in der Unterstützung in der Ukraine aktiv waren.
00:06:32: Das ist ein Grund dafür.
00:06:35: Andererseits glaube ich auch, dass viele mittelgroße Organisationen sehr strategisch in den letzten Jahren in der Fundraising investiert haben.
00:06:46: und dass jetzt davon eben die ersten Früchte sichtbar werden.
00:06:50: Ja, ich glaube auch noch ein anderer Aspekt könnte es sein, dass die Großen es überzogen haben in ihren fundraising-Aktivitäten?
00:06:58: Dass der Markt durch ihre intensive Ansprache vielleicht sogar gesättigt ist?
00:07:03: Ich würde nicht unbedingt sagen gesettigt aber dadurch wir sehen das das Spendenaufkommen in seiner Gesamtheit eigentlich stagniert was ein sehr positives Zeichen ist muss sich diese Kuchen einfach unterschiedlich verteilen Und ich glaube, wir sehen einfach eine gewisse Umverteilung.
00:07:16: Was
00:07:16: aber auch bedeutet, dass die mittleren und kleineren Organisationen ja sich auch nochmal ganz stark professionalisiert haben?
00:07:23: Denn sonst hätten sie gar nicht wachsen können!
00:07:25: Es ist ja nicht so das Geld wie beim Sternenregen, der auf die Menschen niederkommt sondern ich glaube es ist ja auch harte Arbeit für jeder.
00:07:34: Organisation?
00:07:35: Ja, Fundwasing ist und das wissen wir alle die das aktiv betreiben.
00:07:39: Ist harte Arbeit und natürlich auch eine strategische Aufgabe die sich dann erst nach einigen Jahren in den meisten Fällen beginnt zu rentieren also seine Investitionen.
00:07:50: und da merken jetzt Organisationen die begonnen haben oder ihre Investition weitergeführt haben wie sich das eben positiv auswirkt.
00:07:57: was auch ein Grund sein kann ist dass ja in Österreich Anfang Gemeinnützigkeitsreform seit Jahrzehnten in die Umsetzung gegangen ist.
00:08:09: An der ja auch beteiligt waren, Ruth?
00:08:12: Ja, an denen wir auch beteiligt waren.
00:08:14: Genau, genau!
00:08:16: Auch sehr, sehr intensiv natürlich mein Vorgänger, der Günter Lutschinger also ganz intensive arbeitenden an dem Thema über Jahre Und das Herzstück davon war die Ausweitung der Spendenabsetzbarkeit auf alle Themen.
00:08:27: Das heißt, du hast jetzt einfach mehr Organisationen, die auch mit diesem kommunikativen Argument und diesen Marketinginstrument und mit dem Hebel der Spendenappsetzbarkeit werben können.
00:08:38: Und das ist natürlich sicher ein Push für viele kleine und mittlere Organisationen die vielleicht vorher da keinen Zugang gehabt haben.
00:08:48: Aber nun habt ihr ja auch im letzten Jahr sehr gepusht dieses Thema Großspender, hochvermögende Vermögende.
00:08:55: Was in Österreich tatsächlich noch mal so ein Feld ist wo es sich lohnt auch nochmal anzugehen.
00:09:01: was ist daraus geworden aus dieser Initiativ?
00:09:04: Es ist ein langer Weg, es ist ein Marathon und kein Sprint.
00:09:07: Tatsächlich ist das ja bei uns ganz spannend.
00:09:09: jetzt haben wir dieses beachtliche Gesamtspendenaufkommen und wenn man's genauer anschauen dann sehen wir das Achtzig Prozent von kleinen und mittleren Haushalten kommt nur zwanzig Prozent von Unternehmen, von Förderstiftungen, von Großspenderinnen, Philanthropinen.
00:09:25: Und wir haben es uns eben zum Ziel gesetzt Das Ausmaß jener vermöglichen Menschen, die sich mit größeren Summen zivilgesellschaftlich engagieren zu erhöhen.
00:09:35: Aber natürlich ist das etwas auch hier.
00:09:38: Es braucht Bewusstseinsbildung, es braucht die Möglichkeiten anzudocken und ganz viel Austausch.
00:09:45: Und dass es einfach auch etwas das dauert in der Vertrauensarbeit.
00:09:49: aber es gibt freulichweise schon einige tolle Philanthropinnen, die als Rollmodels vorangehen und wir hoffen dass es eben in den nächsten Monaten und Jahren hier auch noch einen weiteren Pushi diese Richtung geben wird.
00:10:00: Und ja arbeiten intensiv daran auf jeden Fall!
00:10:03: Nun, hast du eben gesagt die Organisationen haben einen guten Job gemacht.
00:10:07: Ich glaube das kann man ohne weiteres so sagen denn die Stimmung selber ist ja auch in Österreich jetzt nicht die beste.
00:10:15: Du hast es angesprochen Konsumklima ist schwierig Inflation politische Lage.
00:10:21: Glaubst du dass sich das so halten wird?
00:10:23: Auch in diesem Jahr?
00:10:24: also ich sage mal diese dieser positive Gegentrennt der sich dann in Spenden niederschlägt oder glaubst du irgendwann holt Die Realität auch die Spendenden ein?
00:10:33: Ich blicke optimistisch in die Zukunft im Sinne von, ich glaube wir werden uns auf diesem Niveau halten können.
00:10:42: Zeitgleich glaube ich aber auch das wenn wir es nicht schaffen Vermögen der Personen zu aktivieren mehr zu geben weil sie mehr geben können Anteilig zu ihrem Einkommen oder zu ihrem Vermögens dass sich langfristig wahrscheinlich schwer ausgehen wird, weil es ist auch sicher eine demografische Frage.
00:11:04: Die durchlösenden Spenderinnen in Österreich sind über sechzig, kommen in ihre dritte Lebensphase.
00:11:10: die Generationen, die nachkommen haben ein ganz anderes Spendenverhalten und sind zwar ebenso solidarisch aber spenden ganz anders und sind vielleicht nicht mehr Personen, die jeden Monat den gleichen zwei oder drei Organisationen spenden und das über dreißig Jahre.
00:11:25: Das ist natürlich etwas, da muss man jetzt beginnen vorzubauen und sich überlegen was für eine Strategie das auch für die Zukunft heißt.
00:11:33: Und es ist für den Moment finde ich noch nicht ganz absehbar in welche Richtung sich das entwickelt.
00:11:37: Das wäre auch jetzt meine Frage.
00:11:39: Du hast es angesprochen, da kommt eine ganz neue Generation!
00:11:42: Ist das so ein Thema?
00:11:44: Dass ihr auf dem nächsten Fundraising-Kongress quasi spielen werdet und wenn ja was für Werkzeuge habt ihr heuer im
00:11:54: Kasten?!
00:11:57: Ja, die Werkzeuge, die wir heuer im Kasten haben werden das wird sich jetzt erst in den nächsten Wochen herauskristallisieren.
00:12:04: Wir haben heute tatsächlich jetzt im Anschluss unser erstes Programm-Komitee Meeting.
00:12:08: Ich freue mich schon sehr.
00:12:09: es geht los ÖFK, zwanzig sechsundzwanzig!
00:12:14: Wir haben auf jeden Fall unseren Call for Papers offen.
00:12:16: Also bitte alle Menschen, Personen die ihr Fundraising-Wissen auf dem Kongress teilen wollen sind herzlich eingeladen hier eben einzureichen.
00:12:25: Aber natürlich ist für den wir eine Mix geben müssen auch am Kongress von unterschiedlichen Themen und die nächste Generation ist sicher auch eines das wir uns ansehen werden.
00:12:36: Also der Aufruf nicht nur teilzunehmen Kongress, sondern auch selber mit Beiträgen zu kommen ist glaube ich an der Stelle richtig platziert.
00:12:47: gut.
00:12:47: Aber das mich nochmal zurückkommt zu den Spendenmarktzahlen.
00:12:50: also ihr habt glaube ich sicherlich da bin ich mit dir einig dass es nicht nur in Österreich so sondern auch in der gesamten Dachregion im Bereich der Mid-Level und der Metscher Donau gibt es durchaus noch Optimierungsbedarf.
00:13:06: Da ist Potenzial, dass noch nicht ausgeschöpft ist.
00:13:08: Ich finde aber auch wenn man bei euch auf die Zahlen guckt ihr könntet ja auch ein paar Männer mehr aktivieren denn das sind ja hoffentlich mehr Frauen die geben.
00:13:18: Das wäre ja durchaus ein Thema.
00:13:20: Aber auch das Thema Katastrophenspende.
00:13:23: Ihr habt natürlich durch das durch das tragische schlimme Hochwasser Sind glaube ich dreißig Prozent der Mittel für die Katastrophe im Inland gegeben Und das Ziel muss es ja sein, unabhängig von Katastrophen eine hohe Spendenbereitschaft zu haben.
00:13:39: Wo siehst du da die Herausforderung?
00:13:42: vielleicht auch in deinem Verband?
00:13:46: Also einerseits natürlich man merkt in Jahren, in denen es fürchterliche Naturkatastrophens im Inland, dem Ausland oder eben auch kriegerische Auseinandersetzungen gibt, dann merkt man natürlich dass auch Spenden sich thematisch verschieben.
00:14:00: Und in Österreich haben wir hier erfreulicherweise mit beispielsweise Nachbarnot oder Licht ins Dunkel und im ORF auch ganz starke Medienpartner, die dieses Themen dann sehr breit und über längere Zeiträume immer wieder kommunizieren und somit einfach in der Aufmerksamkeit des Spendenpersonen mehr im Vordergrund sind.
00:14:20: Allerdings wissen wir ja auch dass Eine gewisse Müdigkeit vielleicht auch einfach bei den Personen sich mittlerweile breit macht, weil es leider so viele unterschiedliche Krisen und Katastrophen sind die übereinander lappend durchgehend passieren.
00:14:36: Also ich glaube... Ein Knackpunkt der Zukunft wird sicher auch sein, wie kann man Menschen natürlich über diese wichtigen Initialspenden, wenn ich durch ein bestimmtes Ereignis emotionalisiert bin und gebe?
00:14:51: Wie kann man sie auch langfristig zum dauerhaften Spenden?
00:14:55: Wie können Sie dort behalten oder wie kann wir Menschen eben dafür gewinnen.
00:14:59: Das ist sicher eines der großen Themen für die Zukunft.
00:15:03: Und sicher auch eines sind die Testamentspenden.
00:15:06: Also und da merken wir auch mit unserer Initiative zu diesem Thema, mit Vergissmannicht.
00:15:11: Die gibt es jetzt seit dreizehn Jahren ist auch die größte Initiative im Verband.
00:15:15: Und dann merken wie einfach.
00:15:16: alle drei Jahre machen wir eine Studie mit der Wirtschaftsuniversität um abzufragen Wie viele Menschen überhaupt Bescheid wissen dass man das Ent Testament in einer gemeinnützigen Organisation widmen kann oder mehreren?
00:15:26: Und wie.
00:15:27: die Bereitschaft ist und steigt auch jedes Jahr an.
00:15:30: Und ich glaube, dass es auch zumindest für die nächsten fünfzehnzig-dreißig Jahre ein ganz ein wichtiger Kanal, den man natürlich das verantwesende Organisation bespielen sollte und eine ganze wichtige Zielgruppe auch für die
00:15:42: Organisation.
00:15:42: Das ist sicherlich richtig.
00:15:43: aber meinst du nicht auch, dass vielleicht die Kommunikation mit den Spenden sich auch verändern sollte?
00:15:49: Wir haben ja durchaus die Situation, dass sich jüngere Spendengruppen gerade nicht angesprochen fühlen.
00:15:57: Die Männer sind ja schwächer als die Frauen, was durchaus vielleicht nicht nur am männlichen Charakter, sondern auch an der Art und Weise der Kommunikation liegt.
00:16:10: Wie diskutiert ihr das intern diese Fragestellung?
00:16:15: Ja, wir beschäftigen uns auch im Großspendenbereich mit dieser Frage.
00:16:19: Wie kommt man denn zu diesen Menschen die sich eigentlich nicht finden lassen?
00:16:24: Das ist eine ganz spannende Frage aber natürlich... Gutes Fundraising fußt auch natürlich auf einer guten Kommunikationsstrategie und auch einer zielgruppengerechten Kommunikation Strategie.
00:16:36: Jetzt machen sich natürlich immer besonders online verschiedene neue Kanäle auf, andere verschließen sich wieder durch unterschiedliche regulatorische Einschränkungen beispielsweise eben beim Meter letztes Jahr.
00:16:47: also man muss das sehr flexibel bleiben und ich glaube dass es Organisationen erstens leichter haben die natürlich ganz stark diversifizieren sowohl bei ihren Zielgruppen als auch bei ihren Kommunikationskanälen.
00:17:00: Und ich glaube, auch das ist wichtig ist dass man sich doch gute Expertise ins Haus holt also Menschen die tatsächlich auch Kommunikationsexpertinnen sind und man lasse es Grundlage auch für Fundraising-Aktivitäten sieht um hier zielgruppengerecht arbeiten zu können unterschiedlich davon wie groß man ist und was sie betriebe.
00:17:16: Eine Nachfrage erstaunlich ist ja gerade die Agenturlandschaft aus Österreich Offen-Deutschen Fund Resilient Kongress regelmäßig diese Direktmarketing, Mailingpreise abgreift.
00:17:29: Also offensichtlich sind die Kollegen nicht nur in Wien sein ganz Österreich deutlich kreativer.
00:17:35: Wie nimmst du das wahr?
00:17:37: In diesem Vergleich der traditionellen Mailings in Deutschland im Vergleich zu Österreich?
00:17:43: Ich kann für Österreich eben nur sagen, dass weiterhin das Hausmailing das wichtigste Kommunikationstool beim Fundraising ist.
00:17:50: Dass immer noch den höchsten Betön hat also das Hausmeling der Brief, der zu einem nach Hause kommt, das haptische Erlebnis, dass es weiterhin extremst wichtig und da natürlich auch der kreative Zugang dazu auf jeden Fall auch.
00:18:04: aber hier gibt's Herausforderungen beispielsweise natürlich auch gestiegene Preise für Versand oder für Papier und für Druck.
00:18:11: Also es ist auch ein Medium, das ist nicht für alle Organisationen nachbar würde ich mal sagen.
00:18:17: Für manche ist es wahrscheinlich besser mit Online-Kampagnen und kleineren Budgets anders zu versuchen, Spenderinnen zu gewinnen.
00:18:23: aber das Mailing ist weiterhin das am besten funktionierendste Fund.
00:18:26: Wir sind wohl auch in Österreich!
00:18:27: Und dabei wollte ich dich gerade fragen, Ruth ob ihr manchmal auch nach Deutschland schielt oder ob ihr sagt ja das ist ganz nett was da passiert.
00:18:37: Ich weiß du bist auch regelmäßig Gast auf dem deutschen Fundraising-Kongress in Berlin oder ob er sagt ja es ist ganz netwas da passiert.
00:18:45: aber wir in Österreich haben doch unsere eigenen Besonderheiten zum Beispiel dass face to face fundraising und diese ganzen Dinge.
00:18:53: oder gibt's da tatsächlich so ein paar Trends wo du sagst oh das finde ich ganz spannend passiert?
00:18:58: Ich glaube, darauf müssen wir uns in Österreich auch einstellen.
00:19:00: Immer!
00:19:01: Also wir sind einerseits natürlich gut im Austausch mit den Kolleginnen in Deutschland und über die Europäischen Fund-Basing Association beispielsweise.
00:19:11: Ich finde Austausches immer wertvoller.
00:19:13: Natürlich sieht jedes Land die Dinge ein wenig anders aber viele Dinge sind übersetzbar in die unterschiedlichen Bereiche.
00:19:20: Wir sind auch im Austrasch mit Schweizer Kolleginnen.
00:19:23: ja ich besuche natürlich auch die Veranstaltungen Kolleginnen in der Dachregion und auch darüber hinaus, weil man kann immer etwas lernen und sich inspirieren lassen.
00:19:31: Und gerade wenn du von Agentur noch vorher gesprochen hast die sind ja nicht nur in Deutschland aktiv so im gesamten Dachraum und es sind doch viele eben dann in Österreich vertreten und es gibt ganz viel Wissen das natürlich da geteilt wird und für alle relevant ist.
00:19:44: Gibt es denn auch Themen, die dir quasi länderübergreifend Sorgen machen?
00:19:50: Also wo du sagst oh da stehen die Kollegen in Ungarn beispielsweise oder in Polen tatsächlich auch vor politischen Herausforderungen.
00:19:59: Da habe ich Sorge dass das auch bald zu uns kommt.
00:20:02: Stichwort Politik stichwort Anti NGO Narrativ oder was auch immer damit zusammenhängt.
00:20:08: Das ist natürlich ein großes Thema.
00:20:09: und es ist auch ein großes thema dieser Shrinking Space for Philanthropy, dass wir zum Beispiel eben auch in der European Fun-Wising Association viel besprechen.
00:20:18: Wo es eben auch Studien beispielsweise dazu gibt und wo man versucht die Länder bestmöglich dabei zu unterstützen.
00:20:24: Ich glaube essenziell sind Allianzen und strategische Kooperationen, um sich gemeinsam den Rücken zu stärken.
00:20:32: Aber natürlich beobachten wir sehr gut – das ist eben auch ein Mitgrund, warum ich mich in der EU-Fahne-Wising Association jetzt auch einige Zeit im Vorstand engagiere, um an diesem Thema auf europaweiter Ebene dranbleiben.
00:20:47: Aber es ist essentiell, dass man hier miteinander gut zusammenarbeitet und das über die Ländergrenzen hinaus.
00:20:58: Und dann noch, wir haben zwar gesagt das ist jetzt hier kein Werbeblock für ein Fundraising-Kongress.
00:21:02: Der ist ja auch noch in weiter, weiter Ferne!
00:21:05: Du hast gesagt ihr habt gerade erst die Planung gestartet aber neugierig bin ich natürlich trotzdem.
00:21:09: Gibt's irgendwas worauf wir uns einstellen müssen?
00:21:13: Was neu um die Ecke kommt bei euch?
00:21:16: Naja Neu um die ecke werden heuer dreißig Jahre
00:21:18: alt.
00:21:18: Das weiß ich.
00:21:19: Ich
00:21:20: werde neun dreißzig Jahre alt.
00:21:22: Ja, also ich darf den Fundraisingverband jetzt seit zweieinhalb Jahren in meiner Funktion begleiten.
00:21:28: Aber tatsächlich werden wir heuer dreißig.
00:21:30: Wir sind nineteen sechsund neunzig gegründet worden und das ist natürlich ein Thema dass sich prinzipiell durchs gesamte Jahr zieht und das auch am Kongress einen großen großen Stellenwert bekommt nämlich auch mit Einblick in die Vergangenheit und auch im Blick in die Zukunft.
00:21:45: Und wie doch forsten unsere Archive und sprechen noch mit vielen Menschen die den Verband schon länger begleitet.
00:21:52: Da wird sicher einige spannende Heile zu diesem Thema auf jeden Fall.
00:21:56: Das hört sich spannend an Andreas, oder?
00:21:58: Bist du da auch als Zeitzeuge?
00:22:00: stehst du auch auf der Bühne?
00:22:01: Happy Birthday Fundraising!
00:22:08: Ich glaube, das war ein bisschen Frechwut oder?
00:22:10: Was der Jörg da gerade versucht hat rauszureißen.
00:22:13: Ich möchte
00:22:14: hier neutral bleiben.
00:22:15: Er
00:22:15: hat es gemerkt Ruth!
00:22:18: Ich freue mich auf jeden Fall sehr auf den Kongress und auf die spannende Menschen, die da sind.
00:22:22: und tatsächlich Ruth wenn du jetzt auf die zweieinhalb Jahre schaust als letzte Frage vielleicht an dich.
00:22:28: ihr habt ja auch grade nochmal einen Wechsel im Vorstand konnte man hier sehen.
00:22:33: Was glaubt ihr?
00:22:34: Was glaub der Vorstand, was glaubt der Verband.
00:22:36: Was sind in den nächsten drei Jahren die großen Themen mit denen ihr euch wirklich beschäftigen müsst und zwar mal außerhalb von
00:22:45: KI?
00:22:47: Ja, wir hatten einen Vorstandswechsel.
00:22:50: Andrea Johanides die jetzt seit fünf Jahren eben die Vorstandsporsitzende war hat übergeben Anfang des Jahres an Walter Emberger der in Österreich unter anderem Teach for Austria aufgebaut hat.
00:23:02: Das heißt da haben wir natürlich eine ganz starke Bildungsexpetise die auch noch mit hineinkommt.
00:23:11: Bildung ist uns... oder Fundwesen für Bildungseinrichtungen ist uns auch eine Herzensangelegenheit, etwas das durch die Auswaltung der Spendenabsetzbarkeit in Österreich jetzt eben möglich ist.
00:23:23: Das ist natürlich ein Themenbereich aber generell Wir sehen uns ja hauptsächlich als Aus- und Weiterbilder.
00:23:29: Wir wollen bei der Professionalisierung unterstützen, das heißt in den nächsten Jahren ist es natürlich eine unserer Kernaufgaben zu schauen wie kann man denn am Puls der Zeit die Mitglieder bestmöglich unterstützen?
00:23:40: Nämlich einerseits welche Inhalte brauchen sie?
00:23:42: auf welcher Art und Weise wollen Sie lernen?
00:23:45: Wie geht's Ihnen auch in Zeiten von engeren Budgets?
00:23:47: Das ist durch ein Thema dass uns laufend umtreibt und wir versuchen in der Qualitätssicherung stark voranzugehen.
00:23:58: Und daneben ist es natürlich auch die Frage besonders der kleinen und mittleren Organisation, wie man jene eben auch unterstützen kann.
00:24:08: Die vielleicht auch andere Herausforderungen haben als große im Bildungsfahren-Basing habe ich schon gesagt und Testamentspenden.
00:24:16: Also das ist ein bunter Blumenstrauß aber ganz viel einfach immer diese Kernfrage Wie können wir als Verband die beste Servicestelle für unsere Mitglieder sein?
00:24:25: Und da versuchen wir sehr gut hinzuhören und herauszufinden, wo ihm der Gemeinsam ein Nenner ist, wo wir bestmöglich unterstützen können.
00:24:34: Wenn das kein Schlusswort war oder Jörg?
00:24:36: Vielen lieben Dank für die Stimme aus Österreich, die Stimme der Vernunft.
00:24:42: Die Stimme der Zahlen und wir sind natürlich sehr gespannt sobald du uns was verraten kannst wie die Zahlen in diesem Jahr aussehen werden ob sich das was du hier erzählt hast vom Trend her ob sich dass bewahrheiten wird.
00:24:54: ich hoffe sehr dass ich euch positiv berichten kann am Ende des Jahres und ich freue mich immer bei.
00:24:58: den Austausch mit euch macht viel Spaß.
00:25:02: Danke!
00:25:05: Vielen Dank, dass Sie dabei waren.
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